Wie mehreren Meldungen in den letzten Tagen zu entnehmen war, sind derzeit auch im Land Brandenburg verstärkte Aktivitäten von angeblichen Vereinen und Organisationen zu lesen, die Gelder und / oder Mitgliedschaften sammeln. So berichtet die Stadtverwaltung von Brandenburg an der Havel von Werbern, die behaupten, die Krankenkassen würden Hubschraubereinsätze nicht mehr bezahlen, sodass für den Erhalt des Rettungshubschraubers in Brandenburg an der Havel private Spenden notwendig seien. Über derartige Werbeversuche haben besorgte Bürgerinnen und Bürger unter anderem die Johanniter-Unfall-Hilfe informiert.
Der im Amt für Feuerwehr und Rettungswesen für die Organisation des Rettungsdienstes zuständige Mitarbeiter Peter Regorius stellt in diesem Zusammenhang noch einmal klar, dass der Rettungshubschrauber durch die Rettungsleitstelle Brandenburg an der Havel immer dann eingesetzt wird, wenn ein Notarzt benötigt und der Rettungshubschrauber mit dem Notarzt schneller als der bodengebundene Rettungsdienst am Notfallort sein kann (sog. Primäreinsätze). Darüber hinaus wird der Rettungshubschrauber für Verlegungen von Patienten herangezogen, die zeitkritisch in ein anderes Krankenhaus verlegt werden müssen oder nicht mit dem bodengebundenen Rettungsdienst transportiert werden können (sog. Sekundäreinsätze). Genauso verhält es sich auch mit Christoph 39, er wird jedoch von der Rettungsleitstelle Prignitz disponiert. Wichtig ist vor allem in diesem Zusammenhang auch, dass der Rettungshubschrauber von der ADAC Luftrettung gGmbH und durch das Land Brandenburg betrieben wird und daher auch nicht privat finanziert werden muss. Näheres zum Einsatz des Rettungshubschraubers ist in Dienstanweisungen des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Familie geregelt, da das Land Brandenburg Träger der Luftrettung ist.
Die Kosten für einen Rettungshubschraubereinsatz werden bei medizinischer Notwendigkeit generell von den Krankenkassen übernommen, wenn der Patient krankenversichert ist. Hierzu werden jährlich Flugminutenpreise auf Grundlage einer Kosten- und Leistungsrechnung durch das Land mit den Krankenkassen verhandelt.
Werber, die sich aus irgendeinem Grund für den Erhalt eines Rettungshubschraubers einsetzen, handeln ausschließlich in eigenem Interesse. Regorius rät daher, dass jeder Bürger genau prüfen sollte, wofür er Geld spendet und ggf. unterschriebenen Anträgen sofort widersprochen werden sollte. Die ADAC Luftrettung gGmbH finanziert ihre Hubschrauber und Einsätze ausschließlich durch die genannte Kostenabrechnung und Mitgliedsbeiträge des ADAC! Etwas Wichtiges zum Schluß !!! Jeder wird bei medizinischer Notwendigkeit durch die Crew vom Rettungshubschrauber betreut und soweit erforderlich, auch durch den Hubschrauber in die nächste, qualifizierte Klinik transportiert. Eine Mitgliedschaft in einem Verein oder eine Zahlung einer Spende ist hierzu nicht notwendig! Sollten ihnen unseriöse Werber in Ihrer Nachbarschaft begegnen, informieren sie gegebenenfalls die nächste Polizeidienststelle und untersagen Sie den Zutritt zu Ihrer Wohnung! |